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Überraschungen in Bulach

Aktualisiert: 24. Dez. 2020

In Coronazeiten sind mangels Alternativen vermehrt Spaziergänge angesagt, die dem aufmerksamen Wanderer oder Radler aber durchaus einiges an Unterhaltung und Erkenntnisgewinn bieten können.


Um nach Bulach zu gelangen führt der kürzeste Weg von der Innenstadt kommend durch das Bulacher Loch. Mit etwas Glück kann man hier einem regelmäßig stattfindenden Show-Event in 4 Akten beiwohnen:


1. Akt: Transporter fährt ins Bulacher Loch.

2. Akt: Transporter bleibt stecken, da er die Verkehrsschilder mit der Höhenangabe entweder nicht realisiert hat oder sich in Unkenntnis über die Höhe seines Leihfahrzeugs befand.

3. Akt (der Höhepunkt der Show): Mit unterschiedlichen Methoden wird versucht, das steckengebliebene Fahrzeug wieder frei zu bekommen.

4. Akt: Der Transporter muss rückwärts die Straße wieder hoch fahren, da in der Unterführung keinerlei Wendemöglichkeit besteht.


Wandelt man nun durch die Bulacher Dorfstraße, so fällt dort nicht nur die imposante von Heinrich Hübsch erbaute Kirche St. Cyriakus auf, die so städtisch wirkt und eigentlich gar nicht in ein ehemaliges Bauerndorf zu passen scheint. Nein, ganz am Ende der Litzenhardtstraße (Ecke Gebrüder-Bachert-Straße) noch hinter dem Bulacher Friedhof sticht auf der linken Straßenseite ein Autoanhänger ins Auge, der sich auf dem Grundstück eines Autohändlers befindet. Sichtlich in die Jahre gekommen und derzeit als eine Art Müllhalde dienend würde er eigentlich nicht weiter die Aufmerksamkeit des Spaziergängers finden, wenn da nicht dieser Firmenschriftzug wäre: FlowTex.


Und schon werden Erinnerungen wach an Manfred Schmider, der aus der Grünwinkler Hardecksiedlung stammt, und sein von 1986 bis 2000 in Ettlingen ansässiges Unternehmen FlowTex mit den großteils nicht existenten Horizontal-Bohrmaschinen. Der Milliardenbetrug flog 2000 auf und "Big Manni" von seiner Luxusvilla auf dem Turmberg ins Gefängnis. Heute lebt er mit seiner Frau auf Mallorca, in der Villa auf dem Turmberg wohnen längst neue Bewohner - aber ein bisschen FlowTex ist in Karlsruhe eben doch zurück geblieben...


Geht oder radelt man die Litzenhardtstraße wieder ein Stück zurück und biegt beim roten Haus nach rechts in die Straße "Petergraben" ein, so führt der Weg über einen beschrankten Bahnübergang hin zu einigen Bahngebäuden.


Bevor Sie sich dorthin begeben aber noch ein Tipp: Gegenüber des Roten Hauses findet dieses Jahr (statt auf dem Christkindlmarkt am Friedrichsplatz) der Verkauf der Nepalhilfe e.V. in einer Garage und auf einer Terrasse statt. Schönes und Warmes aus Wolle und Filz! Decken, Schals, Sitzkissen, Filzkugelteppichen, Filztieren, Mobiles, Strickwaren. Sehr empfehlenswert! Geöffent ist an allen vier Adventswochenenden von Fr 10 Uhr - So 21 Uhr. Während dieser Zeit Anmeldung unter T. 0151 - 259 79 270 oder jederzeit auch per Mail an Martin Kühlmann martinkuehlmann@web.de, damit Sie in Ruhe alleine (oder mit Menschen Ihres Haushaltes) stöbern können.


Drücken Sie auf den schwarzen Pfeil rechts im Bild, dann können Sie den Weg verfolgen.


Auf der linken Seite jenseits des Erlengrabens befindet sich die ehemalige Lokomotivhalle des Bahnbetriebswerks Karlsruhe, die heute von DB-Regio als Service-Station für kleinere Reparaturen genutzt wird. Rechts der Straße hingegen erstreckt sich zwischen den Bahngleisen und dem Lohwiesenweg eine langgestreckte Halle.

Im Hintergrund das Gebäude von DB Regio. Vorne rechts die langgesreckte Halle.


Ein neugieriger Blick durch die Fenster in das Innere der Halle fällt auf einen elegant lackierten offensichtlich historischen Zug.