• Klaus Ackermann

Blumenpracht und Porsche-Lok


Heute gibt’s ein kleines Rätsel zu Beginn: Wo in unserer Stadt steht denn dieser schlanke Aussichtsturm? Die Antwort kommt ausnahmsweise sofort: Es gibt ihn nicht mehr, aber er stand zeitweise auf dem Festplatz in der Nähe Schwarzwaldhalle. Der langsam rotierende Lift war eine der Attraktionen eines ganz besonderen Karlsruher Sommers.


Während die Blumenkinder im fernen San Francisco auf dem Höhepunkt der Hippiebewegung den „Sommer der Liebe“ begingen, fand vom 14. April bis zum 23. Oktober 1967 im beschaulichen, aber 22 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg aufstrebenden Karlsruhe der „Sommer der Blumen“, die Bundesgartenschau, statt. Zur Eröffnungsrede eigens am Vorabend angereist war Bundespräsident Heinrich Lübke, der ja schon zwei Jahre zuvor zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden war.


(Fotos: Bundesarchiv_B_145, Bild F024488-0009 und F024482-0011, jeweils Ausschnitt)


Der Stadtgarten wurde komplett neu gestaltet und mit dem Zoo verbunden, die Karl-Birkmann-Brücke - benannt nach dem langjährigen Zoodirektor jener Zeit - für Fußgänger und Radler überspannt seither diese zentrale Grünanlage. Zusammen mit den Hallen am Festplatz und dem Schlossgarten bildete sie das Zentrum der Ausstellung. Die ca. 90 Hektar Gesamtfläche sind ein gutes Beispiel für Nachhaltigkeit, denn beide Flächen sind auch heute noch zusammen mit der später entstandenen „Günther-Klotz-Anlage“ die meistbesuchten und beliebtesten Grünflächen der Stadt.

Beschreibung des Anfahrtsweges im Flyer ganz im Stil der 60er Jahre (Fotos: davernos)


Für Karlsruhe war die Bundesgartenschau 1967 ein großer Erfolg. Mit 6,3 Millionen Besuchern wurden auch aufgrund des sonnigen Wetters alle Erwartungen übertroffen, und sogar die kalkulierten Kosten wurden eingehalten, was ja bei aktuellen Großprojekten fast nie der Fall ist. Im Gegensatz zu den Blumenschauen anderer Städte sind in Karlsruhe auch noch reichlich Spuren des Sommers 1967 zu sehen. Die Betonterrasse am See im Schlossgarten oder die seilgezogenen Gondolettas auf dem Stadtgartensee wirken zwar ein bisschen aus der Zeit gefallen, aber erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit.

Ebenso die Schlossgartenbahn, das „Bähnle“, das bis heute jeden Sommer ab Ostern seine Runden dreht. Besonders die gelbe „Porsche-Lok“ hatte es damals den Kindern - und sicher auch ihren Papas - angetan. Nur in diesem Jahr wartet die Dampflok „Greif“, die seit 1968 die offenen Waggons durch den Park zieht, coronabedingt noch ungeduldig auf ihren ersten Einsatz. Für den Erhalt des „Bähnle“ über die Gartenschau hinaus hatten sich viele Karlsruher Bürger eingesetzt, obwohl eigentlich ein kompletter Rückbau geplant war.


Und noch eine Idee wurde in dieser Zeit geboren: Um eine mobile Verbindung zu ermöglichen, verband eine historische Straßenbahn die beiden Ausstellungsareale.

Als diese aus verschiedenen Gründen von den

Besuchern nicht besonders gut angenommen wurde, kamen die Betreiber auf die Idee, an den Wochenenden Stadtbesichtigungen mit den farbig gestalteten Bahnen durchzuführen. Das wiederum wurde ein voller Erfolg. Und für stattreisen ein Vorbild für unsere Rundfahrten mit der historischen Straßenbahn bzw. der Adventstram oder die Führung "Karlsruhe quer - unterwegs mit der Straßenbahn und zu Fuß".


Wie nannten die Karlsruher den Panoramaturm?

a) Buga-Tower

b) Klotzer

c) langer Brigand

d) Spargelturm


-------------------------------------------------------------------------------------------------------------Lösung von gestern: Tatsächlich wollte man das "W" an der Fassade des Postgebäudes nicht mehr haben, weil sich der Ex-Kaiser im Gegensatz zum Großherzog Friedrich I in der Weimarer Republik keiner besonderen Beliebtheit mehr erfreute.

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