• Klaus Ackermann

Buffalo Bill's Wild-West-Show

Es war die Sensation des Jahres! Die ganze Stadt stand Kopf im Frühjahr 1891, als Buffalo Bill mit seinen 200 Darstellern und fast ebenso vielen Tieren in die Stadt einzog, um für vier Tage mit seiner Wild-West-Show unter den Karlsruher Bürgern eine wahre Cowboy- und Indianer-Manie auszulösen. Durch die – in Wahrheit völlig überzogenen - Abenteuergeschichten in den Groschenheften das Schriftstellers Ned Buntline war Buffalo Bill schon zu dieser Zeit eine lebende Legende und der bekannteste Name des „Wilden Westens“.

Foto: StadtAK 7/Nl 2/Vd 142,1 (Ausschnitt)

Häuptling Sitting Bull und Buffalo Bill im Jahre 1885


Wer war dieser William F. Cody, den alle nur „Buffalo Bill“ nannten? Er war ein Goldgräber, Cowboy, Fallensteller, Kurierbote, Postreiter und Soldat, der in der Armee gegen die Indianer kämpfte. Vor allem aber war er auch ein gnadenloser Bisonjäger, der u.a. die vielen Arbeiter des Eisenbahnbaus mit Fleisch versorgte. Sein ausgeprägter Hang zur Selbstdarstellung - nach eigenen Angaben erlegte er über 4.000 Bisons - brachte ihm den Namen Buffalo Bill ein. 1883 hatte er die geniale Idee, seine erlebten oder erfundenen Abenteuer in einer Wild-West-Show mit echten Cowboys, Indianern, aber auch Stars wie der Scharfschützin Annie Oakley oder dem Sioux-Häuptling Sitting Bull sowie natürlich mit Büffel und Pferden aufzuführen. Mit Fug und Recht kann man behaupten, Buffalo Bill war einer der Begründer des modernen Show-Business. Seine Auftritte waren ein solcher Erfolg, dass er beschloss, die komplette Truppe nach Europa zu verschiffen, um auch dort seine Wild-West-Show zu präsentieren.

Zwischen dem 23. und dem 26. April 1891 gastierte er also für acht Vorstellungen in Karlsruhe „auf der Wiese an der Durlacher Allee beim Schlachthause“. Zu Werbezwecken wurde im Vorfeld eigens ein „Journal“ mit einer Auflage von 25.000 Stück verteilt. Buffalo Bill war, wie man sieht, durchaus ein früher Meister des Marketings. Die Show bestand aus Büffel­jag­den, Postkut­schen­über­fällen, Schieß-Kunst­stücken, Lassowerfen der Cowboys, India­ner­tänzen und Wettkämpfen in unterschiedlichen Disziplinen. Die Indianerbegeisterung der Karlsruher für das Spektakel war so nachhaltig, dass sich in den Jahren danach Western-Gruppen bildeten, sich nach 1945 Indianer-Vereine gründeten, die Bewohner der Südstadt - nachweislich bereits ab 1907 - „Südstadtindianer“ genannt wurden und 1927 am Werderplatz der „Indianerbrunnen“ errichtet wurde.


Gestaltet wurde dieser von Stadtbaurat Friedrich Beichel und dem Bildhauer August Meyerhuber, und er zeigt als doppelgesichtiger Januskopf auf der einen Seite einen Sioux-Indianer (auf dem Photo nach links schauend) und auf der anderen Friedrich Beichel höchstselbst mit Federschmuck. Dass der Brunnen ursprünglich nur den Zugang zu einer öffentlichen Toilette verschönern sollte, ist heute fast nebensächlich, denn der doch etwas skurrile Brunnen wurde bald zum Wahrzeichen der Südstadt.

Stadtbaurat Beichel (rechtes Photo) hat auf der Stirn ein Geodreieck (statt einer Sonne) und trägt ein Hemd mit Kragen (Vatermörder) und Krawatte (statt einer Halskette).


Auch die Skulptur „Drei Pfeile für die Südstadt“ am Tivoliplatz, vom Durlacher Künstler Norbert Huwer 2004 gestaltet, zeigt die Verbundenheit mit den Traditionen des „Wilden Westens“, so wie man ihn sich bei uns, geprägt durch Protagonisten wie Buffalo Bill, Karl May oder J.F. Cooper eben vorstellte. Und dieser Spirit ist bis heute in unserer Stadt z.B. in den Western-Vereinen "Indianer­freun­de Karlsruhe" und "Western­club Dakota" lebendig geblieben.

Frage: In der Südstadt gibt es noch einen zweiten, den „kleinen“ Indianerbrunnen. Wo findet man ihn?

a) in der Werderstraße

b) in der Baumeisterstraße

c) in der Marienstraße


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Lösung von gestern:

Kaspar Hauser tauchte am 26.Mai 1826 in Nürnberg auf. Er wiederholte dabei ständig folgenden Satz in bayrischer Mundart: "Ein Reiter will ich werden wie mein Vater einer war." Der hilflose und orientierungslos wirkende Jugendliche wurde der Polizei übergeben, die ihn zunächst im Gefängnisturm Luginsland unterbrachte.

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