Karlsruhe als Wallfahrtsort


Hätten Sie's gedacht, dass es eine Parallele zwischen Lourdes, Santiago de Compostela und Karlsruhe gibt? Kaum zu glauben, aber auch Karlsruhe ist ein Wallfahrtsort. Und das nicht in einem übertragenden Sinne, sondern ganz konkret. Ziel der Wallfahrenden ist ein Grab auf dem Alten Jüdischen Friedhof an der Kriegsstraße, nämlich das des Rabbiners Nataniel Weil. Geboren wurde er 1687 in Stühlingen, am Südrand des Schwarzwaldes. Als Nataniel fünf Jahre alt war, wurden sein Vater und Bruder Opfer eines Progroms, mit zehn Jahren besuchte er die Talmudschule in Fürth und als Jugendlicher kam er schließlich zu einem Onkel nach Prag, wo er Student an der Talmudhochschule wurde. Er folgte seinem Lehrer nach Metz und Frankfurt am Main, bis er sich als Privatgelehrter wieder in Prag niederließ.


1745 kehrte er nach der Vertreibung der Juden aus Prag wieder in seine Heimat in den Schwarzwald zurück und erhielt dort den Posten als Landesrabbiner, ab 1750 gar den des Oberlandesrabbiner der Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach. In dieser Funktion wohnte er nun in Karlsruhe.

Verehrt wird Nataniel Weill jedoch nicht ob seiner früheren Stellung als Oberlandesrabbiner, sondern nach seinem Tod in Rastatt 1769 als Talmudgelehrter. Denn in seiner Karlsruher Zeit gab er 1755 ein Talmudkommentar heraus, der bis heute von Bedeutung ist. Von daher kommen immer wieder Juden, auch aus dem Ausland, zur Wallfahrt zum Grab an der Kriegsstraße. Der Alte Jüdische Friedhof liegt direkt neben dem Alten Friedhof an der Kapellenstraße, zwischen der Ostendstraße und der Sommerstraße, also auf der Höhe der Ludwig-Erhard-Allee. Zugänglich ist er leider, aber verständlicher Weise, nicht, man kann vom Eingangstor an der Kriegsstraße aber ein klein bisschen durch die Türspalte durchschauen.

2013

Vorderseite (l) und Rückseite (r) des Grabsteins.

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Lösung von gestern: Der 1989 im Karlsruher Zoo geborene Eisbär hieß Anton nach dem damaligen Zoodirektor Anton Kohm, weil er an dessen Geburtstag auf die Welt kam. Er wurde mit der Flasche aufgezogen, was Doris Lott in Ihrem Buch ausführlich beschreibt. Im Herbst 1990 zog Anton in die Stuttgarter Wilhelma um, wo er 2014 an einer Darmentzündung starb, nachdem er eine Jacke, eine Stoffpuppe und Teile eines Rucksacks gefressen hatte, die in sein Gehege gefallen waren. Knut hingegen war als Baby der Berliner Eisbärstar. Er lebte von 2006 - 2011 im Berliner Zoo, wo er sehr jung letztlich an einer Autoimmunerkrankung starb.

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