Rheingold am Europaplatz

Wussten Sie, dass Sie trotz der geschlossenen Theater ein bisschen Oper erleben können? Und nein, nicht digital, wie zur Zeit üblich, sondern live und direkt am Europaplatz! Und da draußen im Freien, brauchen Sie noch nicht einmal Mundschutz, sofern Sie anderen Passanten nicht zu nahe kommen. Also am besten Sonntagvormittag hingehen. Vielleicht noch ein Fernglas und Musik mitnehmen - ein Genuss, nicht nur für Opernfans!


Richard Wagners Rheingold, 1. Szene:


Alberich, ein Nibelung aus Nibelheim, hätte gerne eine der Rheintöchter gefreit. Die verspotten ihn aber nur. Die Rheintöchter (=Nixen) sind die Hüterinnen des Goldschatz im Rhein. Aber leider zu schwatzhaft, denn sie verraten Alberich das Geheimnis des Schatzes:


Wellgunde:

Wer aus dem Rheingold schüfe den Ring,

der maßlose Macht ihm verlieh.

Woglinde:

Nur wer der Minne (=Liebe) Macht entsagt, nur wer der Liebe Lust verjagt,

nur der erzielt sich den Zauber, zum Reif zu zwingen das Gold.

Wellgunde:

Wohl sicher sind wir und sorgenfrei: denn was nur lebt, will lieben; meiden will keiner die Minne.


Alberich:

Das Licht lösch' ich euch aus;

entreisse dem Riff das Gold, schmiede den rächenden Ring; denn hör' es die Flut: so verfluch' ich die Liebe!

Alberich mit dem aus dem Rheingold geschmiedeten Ring


Nachdem die Rheintöchter Alberich verschmäht haben, beschließt er, der Liebe ganz zu entsagen und sie gegen Macht einzutauschen. Alberich ist also der Gegenspieler von Wotan, dem "Chef" der Götter. Auch er will, genau wie Wotan, die Welt beherrschen. Mit List und Gewalt, aber ohne Liebe. Der Ring ist das Symbol der Macht. (Die Figur des Wotan am Giebel des Daches ist leider dem 2. Weltkrieg zum Opfer gefallen und steht dem Spielerensemble daher nicht mehr zur Verfügung).

2. Szene


Die Riesen Fasolt und Fafner haben die neue Götterresidenz gebaut, die Götterburg Walhalla.

Aber der Preis ist hoch: per Vertrag hat Wotan als Lohn die Göttin Freia, die Göttin der Ewigen Jugend, den Riesen zugesichert. Sie ist Frickas Schwester und Fricka beklagt sich nun bitterlich bei ihrem Gatten Wotan darüber, dass ihre Schwester verschachert werden soll.

Wotan will daher aus dem Vertrag rauskommen und sagt zu dem Riesen Fafner:

Für Ernst du achtest, was wir zum Scherz nur beschlossen,

die liebliche Göttin, was taugt euch Tölpeln ihr Reiz?

Aber Fafner pocht auf den Vetrag und zwar aus folgendem Grund: Die Götter verdanken ihre ewige Jugend nur dem Verzehr der Goldenen Äpfel in Freias Garten. Nur sie kann diese Äpfel hegen und pflegen. Kann sie diese Aufgabe nicht mehr erfüllen, verlieren die Götter ihre Unsterblichkeit. Das käme den Riesen, die im ewigen Kampf mit den Göttern stehen, natürlich gerade recht. Außerdem hätten sie selber gerne ewige Jugend für sich.

Donner (Donar/Thor) und Froh (Freyr), die Brüder von Freia und Fricka kommen nun hinzu und wollen ihre Schwester Freia schützen.


Donner droht den Riesen mit seines Hammers harten Schlag. Wotan pfeift Donner aber zurück und fordert: keine Gewalt, denn Vertrag ist Vertrag!


Donner ist der Gott der Gewalt und des Zorns, aber auch des Donners, des Blitzes, des Gewitters, des Wetters und des Kampfes. Mit seinem Hammer bekämpft er die Feinde der Götter und die Riesen. Einmal geworfen verfehlt der Hammer nie sein Ziel und kehrt immer in die Hand des Werfers zurück.


Nach Donner ist der Donnerstag benannt bzw. nach Thor der Thursday.


Wendsday geht übrigens auf den Gott Wodan (bei Wagner Wotan genannt) zurück.